Hubert © AVS Terenten

Es ist jetzt schon einige Zeit vergangen, und doch scheint es uns immer noch unwirklich, dass du nicht mehr bei uns bist. Was uns von dir geblieben ist, sind viele schöne Erinnerungen.

Den Dreikönigstag des Jahres 2015 werden wir nie vergessen. Es war ein schöner Tag – perfekt für eine Skitour auf die Schneespitze in Rein. Du warst mit vier Freunden unterwegs. Leider meinte es das Schicksal nicht gut mit dir und eine Lawine riss dich kurz vor dem Gipfel, über felsiges Gelände, mit in die Tiefe. Es ist nicht zu verstehen, dass dies gerade dir, der so viel in den Bergen unterwegs und so erfahren war, passieren sollte.

Bilder © AVS Terenten

Deine Kindheit war die eines bodenständigen Terners – aufgewachsen am Bauernhof. In der Jugend ging’s los mit dem Motorradfahren. Der eine hatte eine Vespa, und du hattest einen „Fifty“. Wild ging‘s drauflos, rauf auf die Böschungen, quer durch Wälder und Wiesen. Mit zunehmendem Alter nahm auch die Größe der Mopeds zu. Eines blieb aber stets im Vordergrund: die Gaudi – und natürlich wollten du und deine Freunde auch imponieren.

Dann die Zeit bei den Pfadfindern. Endlich die Chance für euch, etwas weiter weg zu kommen. Runter an den Gardasee, Aufenthalt an der Adria. Ihr hattet eure Lehrmeister, und du, lieber Hubert, hast diese Lehrstunden aufmerksam aufgenommen, um in späteren Jahren dann dieses Wissen weiterzugeben. Ihr wart die jungen Wilden! Kraft und Begeisterung waren da, Erfahrung nicht allzu viel. Das hat euch aber nicht davon abgehalten, in Sportkletterrouten einzusteigen, Pfade mit dem Mountainbike zu befahren und allerhand waghalsige Dinge zu tun. Und dann gab es immer die berühmten Herz-Jesu-Feuer. Holz sammeln, Mädchen einladen und eine Hetz haben – das war das Motto.
Es dauerte nicht lange, da ging es los mit den Skitouren. Von den legendären Aufstiegen aufs Terner Jöchl wird heute noch oft erzählt. Ausgerüstet mit primitivem Material und der Knödelsuppe als Proviant, gab es für euch keine Hindernisse. Am Samstagabend war Abendmesse angesagt und am Sonntag wartete bereits die nächste Skitour auf euch. So war das Programm – und das wurde mehr oder weniger über viele Winter so eingehalten. Als ihr dann selbst Autos hattet, blieb der Rhythmus ähnlich, nur wurden die Skitouren immer länger. Aber nicht weil die Tour länger war, sondern die Aufenthalte in Bars und Kneipen. Es musste ja auch gefeiert werden, und wie wir alle wissen, haben Bergsteiger den Ruf durchzuhalten, auch beim Feiern. Und dem musstet ihr ja gerecht werden. Die Berge wurden so für dich mit den Jahren mehr und mehr zum Mittelpunkt.

Beruflich galt deine Leidenschaft dem Holz, und so machtest du die Lehre zum Tischler. Aufgrund deines Fleißes und deines Könnens wurdest du an deinem Arbeitsplatz sehr geschätzt und wirst heute noch in Ehren gehalten. Als Vorarbeiter in der Tischlerei hast du deine und die Ideen deiner Kunden verwirklicht. Mit der Zeit zu gehen und dich stets weiterzubilden, war dir sehr wichtig. Bei deinen Arbeitskollegen warst du geschätzt und beliebt. Immer wieder traf man sich nach der Arbeit bei einem Bier, um die Kameradschaft zu pflegen. Wenn von jemandem Hilfe oder ein Rat gebraucht wurde, warst du zur Stelle.

Bilder © AVS Terenten

Dein Ziel war nicht immer der Gipfel eines Berges, vielmehr konntest du auch deinen Mitmenschen die Schönheit der Natur vermitteln. So hast du auch vor kurzem die Ausbildung zum Wanderführer absolviert. Zudem warst du auch 20 Jahre als Bergretter tätig. Dich weiterzubilden und deine Erfahrung weiterzugeben, war für dich wichtig. Als Fachmann für Lawinenkunde warst du auch Präsident der örtlichen Lawinenkommission.

Du hast es verstanden, deine Mitmenschen zu unterhalten. Und darum warst du auch weit übers Dorf hinaus bekannt und beliebt. Für deine Familie und deine Freunde warst du stets zur Stelle, und man konnte sich auf dich verlassen.
Als vor drei Jahren dein Freund und Jahrgangskollege Gerry an Leukämie erkrankte, bist du immer für ihn da gewesen. Auch er war im AVS-Ausschuss und gemeinsam habt ihr jede Menge erlebt, auf den unzähligen Touren, die ihr zusammen gemacht habt. Ihn hast du auf seinem Leidensweg, den er aufgrund seiner Erkrankung gehen musste, stets begleitet und hast ihm viel Kraft gegeben. Leider hat Gerry diesen Kampf verloren.

Hubs, du wirst uns fehlen! Mit dir haben wir einen Lehrmeister, Kamerad und guten Freund verloren. Danke für die schöne Zeit! Dein unverwechselbares, verschmitztes Lächeln wird uns in Erinnerung bleiben. Wir werden in deinem Sinne den Alpenverein weiterführen – und „uamol seg mo ins wiedo“…